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Archäologischer Survey in Khalifan (Autonome Region Kurdistan, Irak)

Überblick Khalifan

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Der Khalifan-Survey ist in einem beinahe unerforschten Gebiet des Zagros-Gebirges im Nordirak angesiedelt. Die wenigen Ausgrabungen in dieser Region fanden bereits in der ersten Hälfte des 20. Jh. statt und haben sich auf prähistorische Fundplätze, wie etwa Banahilk (Spätneolithikum) und Zawi Chemi (Frühneolithikum) konzentriert. Spätere Forschungen der irakischen Antikenbehörde standen hier vor allem mit den Bauarbeiten am Bekhme-Staudamm  am Großen Zab in Zusammenhang. Bis zu Beginn des Khalifan-Surveys 2014 waren insgesamt 10 Siedlungsplätze und Höhlen im Khalifan-Distrikt bekannt, deren Fundmaterial oft nicht datierbar war. Die wenigen Datierungsangaben, die gemacht wurden, deuten für einzelne Fundplätze ins ausgehende 3./frühe 2. Jt. v. Chr. oder in die islamische Zeit.

Die jüngsten Feldbegehungen der Jahre 2014-2017 zeigen nun, dass sich auch in dieser schroffen Bergregion ohne weitläufige Agrarflächen das Siedlungsgefüge weiter verdichten lässt und sich auch die erheblichen chronologischen Lücken nach und nach schließen lassen. Inzwischen sind gibt es deutliche Hinweise auf eine Besiedlung des Gebiets auch  im ausgehenden 2. und 1. Jt. v. Chr. Dieser Zeitraum ist besonders in Hinblick auf die historischen Quellen zum Urartu-Assyrien-Konflikt in neuassyrischer Zeit von besonderem Interesse, denn der Khalifan-Distrikt wird auf den historischen Landkarten zu dieser Epoche in der Regel als eine leere Pufferzone zwischen den beiden Großmächten Assyrien und Urartu definiert. Einen wichtigen Forschungsschwerpunkt bilden zurzeit auch die zum Teil massiven Befestigungsanlagen, die in diesem Gebiet erstmalig bekannt geworden sind und sich gut mit spätbronze- und eisenzeitlichen Anlagen aus dem westlichen Urmia-Gebiet vergleichen lassen.

Das Projekt unter der Leitung von Dr. Claudia Beuger findet in Kooperation mit dem General Directorate of Antiquities Erbil und dem Department of Antiquities Soran statt. Ermöglicht wurden die Arbeiten durch Förderungen des International Office der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (2014, 2017), der Franz-und-Eva-Rutzen-Stiftung (2016), Deutschen Orient-Gesellschaft e.V. (2015-2017), Gerda Henkel Stiftung (2017-2018) sowie der Fritz Thyssen Stiftung (2018).

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