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Samreklo (Georgien)

Abb. 1: Samreklo von Süden (Foto: S. Arnhold)

Abb. 1: Samreklo von Süden (Foto: S. Arnhold)

Abb. 1: Samreklo von Süden (Foto: S. Arnhold)

Vom 30.07.-17.08.2019 fand auf dem Hügel Samreklo, ca. 1,5 km südöstlich von Dedoplistskaro, unter der Leitung von Prof. Dr. Paata Bukrashvili, Ilia Universität Tbilisi, und Dr. Simone Arnhold, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, erste flächige Ausgrabung statt.

Vor Beginn der Ausgrabung führten Prof. Dr. Jörg Faßbinder und Mitarbeiter, Bayrisches Landesamt für Denkmalpflege, München, im zentralen Bereich des Hügels auf 120 x 80 m eine geophysikalische Prospektion durch. Es zeigten sich über die gesamte Fläche verteilt verschiedene Strukturen, wovon eine nahezu rechteckige Struktur sowie verschiedene gerundete und lineare Anomalien im südlichen Bereich besonderes Interesse erweckten.

Während einer anschließenden dreiwöchigen Kampagne konnte mit Hilfe von 16 Arbeitern eine Fläche von 324 m² geöffnet werden.

Die Ausgrabung begann im südlichen Hangbereich des Hügels Samreklo, um vorrangig die gemessene eckige Struktur (Abb. 2) sowie südlich anschließende Bereiche zu erfassen. Die genannte Struktur erwies sich als das Fundament eines Gebäudes aus einer zweischaligen Mauer mit Binnenfüllung. Es konnte lediglich eine Steinlage dokumentiert werden. Eine Aufteilung des Gebäudes in Räume ließ sich nicht erkennen, allerdings entlang der Längsachse lagen mittig zwei Steinplatten, die als Säulenbasen bzw. Unterleger für Stützpfosten interpretiert werden dürfen. Im und südlich des Gebäudes konnten große Mengen Hüttenlehm geborgen werden, der ein Gesamtgewicht von mehr als 37 kg ergab. Der gute Erhaltungszustand des Hüttenlehms ist auf einen Brand zurück zu führen, so dass wahrscheinlich das erfasste Gebäude in einem Schadensfeuer sein Ende fand.

Mit 12 m Abstand zu dem Bauwerk konnten weiter südlich Gruben geschnitten werden. Sie scheinen mehr als 1,5 m tief zu sein, da ihre Sohle innerhalb der Grabungskampagne nicht erreicht werden konnte. Scherben und Knochen aus der oberen Verfüllung deuten jedoch auf zu erwartendes reiches Fundgut.

Als letzter Befund konnte eine Ost-West verlaufende Struktur erfasst werden. Es handelt sich um eine lineare Steinpackung aus faustgroßen und kleineren Kalksteinen, die sich auf ca. 9 m Länge und einer durchschnittlichen Breite von 2-2,5 m freilegen ließ. Die dichte Steinpackung scheint mittig auf ihrer Längsachse mächtiger zu sein und zu den Seiten hin abzunehmen. Ein Schnitt durch die Struktur wurde in der Kampagne aus Zeitgründen nicht vorgenommen.

Zwar ist eine Datierung des Komplexes noch nicht zweifelsfrei, doch  scheint eine chronologische Zuweisung der Gruben wie des Gebäudes in die  späte Bronze- bzw. frühe Eisenzeit sehr wahrscheinlich zu sein.


Dr. Simone Arnhold

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